| Auch im Leintal laufen die Sportvereine
Sturm gegen die geplanten Leistungskürzungen durch Land
und Kommunen.
"Dagegen müssen wir was tun", sagt Matthias
Layer, Zweiter Vorsitzender des SV Leingarten. Mit Trillerpfeifen,
Rätschen und Plakaten protestierten am Dienstagabend
80 SVL-Mitglieder vor dem Rathaus.
"In so einer Situation muss der Sport solidarisch sein",
sagt Roland Gräsle. Der Jugendleiter der Leingartener
Sportschützen schließt sich mit einem Dutzend Mitstreitern
der Kundgebung an, die der SVL kurzfristig organisiert hat.
So kurzfristig, dass vom 900 Mitglieder starken SV Schluchtern
keine Demonstranten dabei sind.
"Über diesen konkreten Termin hat uns niemand informiert",
ärgert sich Herbert Hutt, Zweiter Vorsitzender des SVS,
am Mittwoch. Vorstand Karl-Heinz Lang: "Ich wusste von
der Aktion nichts. Sonst hätten wir natürlich sofort
mitprotestiert." Stattdessen waren die Schluchterner
bei einer Kundgebung auf der Böckinger Jahnheide.
Die Sorge um die Sparmaßnahmen eint alle Clubs. Seit
Montag ruht der Trainingsbetrieb. Schließlich will das
Land die Sportförderung 2005/06 um jährlich 5,28
Millionen Euro kürzen. Bereits 2004 waren die Mittel
um zehn Millionen Euro gesunken. Und der Leingartener Gemeinderat
berät am 28. Januar über eine Halbierung der Vereins-
und Jugendförderung. Die könnte rückwirkend
zum Jahresbeginn greifen und die Vereine in massive Schwierigkeiten
bringen.
"Das trifft uns granatenmäßig hart",
sagt Roland Gräsle. Dabei waren die Sportschützen
schon in den vergangenen Jahren von den Kürzungen freiwilliger
Leistungen betroffen. So strich die Kommune vor zwei Jahren
ihre Fahrtkostenzuschüsse für überregionale
Turniere. Seitdem müssen die Luftpistolen-Asse ihre Reisen
zu Deutschen oder Landes-Meisterschaften selbst bezahlen.
Für die erfolgsverwöhnte Truppe sind das 4000 Euro
Mehrkosten pro Jahr.
Gräsle: "Wenn das so weitergeht, wechseln unsere
Talente irgendwann zur Konkurrenz."
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Beim SVL sorgt sich Vorstandsmitglied
Clemens Burgmaier um die Übungsleiterpauschalen. Zurzeit
wird jeder Trainer von Landessportbund und Gemeinde mit je
360 Euro pro Jahr bezuschusst.
Burgmaier fürchtet, dass bei einer Halbierung der Förderung
so mancher ehrenamtliche Helfer das Handtuch wirft:
"Das sollten wir zusammen mit der Gemeinde verhindern.
Sonst müssten wir unser Sportangebot einschränken."
Zum Beispiel bei den Skifahrern: Derzeit bringen es die Pistenflitzer
auf 2.000 Skikurstage pro Jahr. Abteilungsleiter
Hartmut Frey: "Vielleicht sind es bald nur noch die Hälfte."
Doch wo könnte man sparen? "Wir könnten die
eine oder andere Mannschaft zurückziehen", sagt
Matthias Layer, der für den SVL Mindereinnahmen von jährlich
27.000 Euro erwartet. Macht fast zehn Euro pro Mitglied. Eine
Erhöhung der Beiträge sei nicht auszuschließen.
Derzeit zahlen Familien 100, Kinder 30 und Erwachsene 60 Euro.
Layer: "Aber der Sport hat doch auch eine soziale Komponente.
Wir tun was für die Integration."
Beim SV Schluchtern will sich der Vorstand in einer Ausschusssitzung
am 26. Januar mit möglichen Sparmaßnahmen beschäftigen.
"Wir sind in einer schwierigen Lage", sagt Herbert
Hutt. Schließlich war die letzte Beitragserhöhung
des SVS erst 2004. "Noch eine würden unsere Mitglieder
kaum akzeptieren."
Im Vorfeld der heutigen nicht öffentlichen Gemeinderatssitzung
protestiert der SV Leingarten ab 17.30 Uhr erneut vor dem
Rathaus.
Knapp 100 Sportler, Jugendspieler und Funktionäre machten
am Dienstagabend vor dem Leingartener Rathaus ihrem Ärger
Luft und diskutierten mit Passanten über die befürchteten
Zuschusskürzungen. |
| Nachdem die Landesregierung in
2004 ca. 10 Mio. Euro dem Landessport gekürzt hat, sollen
laut Doppelhaushalt 2005/2006 noch einmal mehr als 10 Mio.
Euro gestrichen werden. Darüber hinaus hat die Gemeinde
in ihrem Haushalt für das Jahr 2005 die Zuschüsse
für die Übungsleiter halbiert, gleichzeitig steigen
die Kosten für Hallenbenutzung usw.
Wir sind gerne bereit uns im Rahmen der Möglichkeiten,
wenn es alle trifft, an diesen Sparmaßnahmen zu beteiligen.
Aber: Wir sind nicht bereit, dort Kürzungen zu oder einen
kompletten Wegfall zu akzeptieren, wo es genau die trifft,
die durch ihr Engagement für Verein, Gemeinde und Gesellschaft
das Gemeinwohl am Leben erhalten.
Der SVL, mit inzwischen fast 3.000 Mitgliedern v. a. als Breitensportverein
auch als einer derjenigen, der versucht Bürger aus der
Gesellschaft aufzufangen, kann so ein Angebot nicht weiter
aufrecht erhalten bzw. weiter ausbauen.
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Mit dieser Aktion möchten wir auch Sie
als Mitglied auf diese für die Vereinslandschaft somit
auch für den SVL dramatische Entwicklung aufmerksam machen.
Sollen die Kürzungen im geplanten Maße eintreten,
würde dies für jedes Mitglied umgerechnet eine Erhöhung
der Beiträge bedeuten, denn durch diese Planungen fehlen
dem SVL Beträge in Höhe von ca. 27.000 Euro.
Die Übungsleiterpauschalen sind eh nur eine Anerkennung
für die Leistung der Übungsleiter und steht in keinem
Verhältnis zu Aufwand und Engagement. Letztendlich leidet
die Motivation aller Ehrenamtlichen darunter, die in den Sonntagsreden
aller Politiker für ihr Engagement gelobt werden, auf
deren Rücken aber die Sparmaßnahme ausgetragen
wird.
Dies können und werden wir als Sportverein Leingarten
nicht akzeptieren und bitten um Ihr Verständnis.
Der Vorstand |